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UROGYNÄKOLOGIE

Die Senkung (Deszensus) oder der Vorfall (Prolaps) der Gebärmutter und die oft damit einhergehende Inkontinenz sind ein häufiges Problem, typischerweise bei Frauen mittleren und höheren Alters. Resultierende Beschwerden können die Lebensqualität deutlich einschränken, bei bis zu 20% der betroffenen Frauen ist bis zum 80. Lebensjahr eine Operation erforderlich. .

Was bedeutet Gebärmuttersenkung (Deszensus)?

Die Gebärmutter (Uterus) ist normalerweise durch ihren Bandapparat hoch im kleinen Becken fixiert. Durch eine Schwächung der Beckenbodenmuskulatur (u.a. Levator ani Muskel), sei es durch Schwangerschaft und Geburt, Übergewicht, oder durch eine reine Bindegewebsschwäche, kann es zu einer Senkung der Gebärmutter und/oder Scheide (Vagina) kommen, im Extremfall zu einem sogenannten Vorfall der Gebärmutter (Uterusprolaps). Es kommt sozusagen zu einem Bruch (Hernie) im Beckenboden, welcher ein Tiefertreten der Organe des kleinen Becken ermöglicht.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass eine Gebärmutter- und/oder Scheidenssenkung, welche keine Beschwerden verursacht meist keinen Krankheitswert hat und nur in den seltensten Fällen eine medizinische Bedrohung darstellt.

Je nachdem in welchem Kompartiment der Scheide es zu einer Senkung kommt, werden drei unterschiedliche Arten des Vorfalls unterschieden, welche kombiniert oder alleine auftreten können:

  1. Zystozele: Senkung der vorderen Vaginalwand und der dahinterliegenden Harnblase 

  2. Apikaler Deszensus/Deszensus uteri: Senkung des höchsten Punktes der Scheide und der an dieser Stelle in die Scheide eintretenden Gebärmutter (Uterus)

  3. Rectozele und Enterozele: Senkung der hinteren Vaginalwand und des dahinterliegenden Enddarms (Rectum) oder des Dünndarms.

Was bedeutet Harninkontinenz?

Grundsätzlich werden drei Arten der Harninkontinenz unterschieden:

Stressharninkontinenz

Es kommt zum Harnverlust bei Lachen, Husten, Niesen, Sport, etc. Ursächlich bei dieser Form der Harninkontinenz ist eine Schwäche des Blasenverschlussmechanismus, welcher normalerweise bei einer Druckerhöhung im Bauchraum (z.B. beim Niesen) aktiv wird.

Dranginkontinenz

Durch das plötzliche und willkürliche Auftreten eines unstillbaren Harndrangs, kommt es zum Harnverlust, meist weil der Weg auf die Toilette zu weit ist. Ursächlich bei dieser Form der Harninkontinenz ist eine Überaktivität der des Harnblasenmuskels (Musculus detrusor vesicae), welcher für die Entleerung der Harnblase verantwortlich ist. Deshalb wird diese From der Inkontinenz auch häufig „Überaktive Blase“ oder „Overactive Bladder (OAB)“ gennant.

Mischinkontinenz

Es liegt eine Mischung von Stress- und Dranginkontinenz vor.

Therapieplanung

Zu den grundlegenden Untersuchungen gehören neben der Erhebung der Anamnese (Krankengeschichte) und Symptome, die klinische Untersuchung und der transvaginale Ultraschall. Die Therapieplanung ist vor dem Hintergrund der Beschwerden und des Leidensdrucks der betroffenen Frau zu betrachten. Nach Zusammenschau der bei der Abklärung erhobenen Befunde und ihren Einfluss auf die Lebensqualität der betroffenen Frau kann schließlich das individuelle Vorgehen besprochen und geplant werden. Oft reichen schon einfache Maßnahmen, um die Beschwerden der Patientin zu beseitigen.

Welche Therapieoptionen gibt es?

Gebärmuttersenkung

Für alle Ausprägungen der Gebärmutter- und/oder Scheidensenkung stehen sowohl konservative (u.a. Beckenboden Physiotherapie unter Anleitung und unterschiedliche Pessare) als auch operative Therapieansätze zur Verfügung. 

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Harninkontinenz

Bei der Harninkontinenz bestehen ebenfalls für alle drei Formen konservative, wie auch chirurgische Therapieansätze zu Verfügung. Bei der Dranginkontinenz überwiegt jedoch meist die konservative (u.a. Diätanpassung, Blasentraining) und medikamentöse Therapie (u.a. Anticholinergika), während bei der ausgeprägten Stressharninkontinenz meist der chirurgische Therapieansatz (u.a. Schlingenoperation, z.B. TVT) überwiegt.